Nubi

Jagdliche Anlagensichtung mit Nubi

von am 19. Oktober 2020

„Ein fröhlicher, arbeitsfreudiger Toller..“

Gestern sind Nubi und ich gemeinsam mit Moritz und Marla zur JAS nach Braunschweig gefahren.

Die JAS/R, also die jagdliche Anlagensichtung der Retriever, ist eine Sichtung des DRC (Deutscher Retriever Club), um, wie der Name schon sagt, die jagdlichen Anlagen der Hunde zu testen bzw. zu sichten. Wenn man mit seinem Toller später mal Tolling Prüfungen gehen möchte oder man mit seinem Retriever züchten möchte, braucht man die jagdliche Anlagensichtung. Ansonsten ist es natürlich trotzdem ganz nett, mal jemand anderen den Hund beurteilen zu lassen und, wenn man wie ich keinerlei Ahnung hat, auch mal die Anlagen des Hundes bewerten zu lassen.

Für die JAS können sich alle Retriever anmelden, die zwischen 8 und 18 Monaten alt sind. Da Nubi am Samstag ja schon 18 Monate alt wird, war es also unsere letzte Möglichkeit für die Sichtung 😀 Durch Corona hatte sich ja leider einiges verschoben, umso glücklicher bin ich, dass wir eine normale JAS und eine Corona-JAS machen durften! Die Corona-JAS ist deutlich kürzer und umfasst weniger Aufgaben.

Der Tag startete ungewohnt früh. Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker und Nubi hatte direkt schlechte Laune 😀
Als ich dann allerdings das Schleppwild einpackte, war es wohl doch gar nicht mehr so schlimm, schließlich liebt sie die Arbeit mit dem Wild 🙂

Um 8:00 Uhr ging es los, wir waren bei der BZG Braunschweig und ich war seeeehr aufgeregt, als wir dort ankamen. Ich hab Nubi erstmal noch kurz aus dem Auto rausgeholt, damit sie sich noch kurz etwas bewegen und lösen konnte. Da kam schon der erste Spruch der Prüfungsleitung, ich solle meine Toller doch lieber wieder ins Auto tun. Sie kenne zwar keinen Toller, aber sie KENNE Toller, und Nubi solle sich nicht so hochschaukeln… Puh, das fing ja gut an :/

Dann ging es los. Nubi war Hund Nummer 1 und ich war die einzige Erstlingsführerin :O Zuerst wurde der Chip ausgelesen, um zu gucken ob der Hund auch wirklich der gemeldete Hund ist und auch um zu sehen, ob der Hund sich anfassen lässt und wie er sich verhält. Das ging zum Glück ohne Probleme und wir konnten direkt mit der ersten Aufgabe loslegen:

Eine Markierung mit Federwild. Bei einer Markierung sieht der Hund wo das Federwild (in dem Fall eine Stockente) hinfällt, soll es sich merken (die Stelle markieren) und darf dann auf Kommando das Stück apportieren. Durch den hohen Bewuchs konnte Nubi leider nicht ganz so gut sehen, wohin genau das Stück fiel, hat es aber trotzdem gemacht und mir die Ente gebracht. Aus Versehen hab ich sie gerufen (ich wusste nicht, dass man das nicht darf), aber da war sie eh schon auf dem Weg zu uns 😀
Man darf den Hund bei der Sichtung allgemein nicht rufen, damit die Richter bzw. Sichter sehen können, ob der Hund Bringfreude hat und das Wild freudig zum Führer bringen möchte. Nach der Aufgabe gab es eine kurze ‚Besprechung‘, bei der die drei Richterinnen erzählten, wie viele Punkte sie warum vergaben, das fand ich besonders cool.

Nach einer kurzen Fahrt zum Wald folgte die zweite Aufgabe, eine Verlorensuche im Wald. Hier versteckten die Richter je ein Stück Federwild (eine Ente) und ein Stück Haarwild (ein Kaninchen), der Hund wird zur Suche geschickt, muss selbständig das Wild finden und beides zum Hundeführer bringen. Die Ente hat Nubi sofort gefunden und sie auf 2 m zu mir gebracht, das Kaninchen war für Nubi deutlich schwieriger zu finden, es lag nämlich nur 5 m von uns entfernt, direkt vor mir quasi 😀
Nubi ging also in eine große Suche, zeigte viel Ausdauer und Kreativität, bis sie das Kaninchen in den Brombeeren endlich fand und zu mir brachte. Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht, dass sie solange brauchte um die Ente zu finden und dachte schon, wir bzw. Nubi würde hier eine nicht ganz so gute Bewertung bekommen, wie bei der Markierung, aber Pustekuchen! 😀
Nubis Bewertung war top und Mori meinte schon, ich solle langsam mal anfangen, meinen Hund realistisch einzuschätzen 😮

Die dritte Aufgabe war eine Schleppspur von etwa 300m über Feld und Wald mit Geländeübergang. Für alle, die genauso wenig Ahnung haben, wie ich früher, erkläre ich mal kurz, was das überhaupt bedeutet 😀

Bei einer Schleppe wird ein Stück Wild an einer Schnur über den Boden gezogen und am Ende abgelegt. In diesem Fall war die Spur etwa 300m lang, startete neben einem Feld, ging über das Feld und einen Weg (also Geländeübergang) in den Wald.

Anfangs hatte Nubi gar keine Ahnung, was sie tun sollte, man durfte dem Hund nämlich den Anschuss, also den Startpunkt, nicht zeigen.. Als sie dann aber endlich die Spur in der Nase hatte, hat sie toll gearbeitet, ist direkt zum Kaninchen gekommen und hat es sofort aufgenommen und zu mir gebracht! <3

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie happy ich war, als sie da mit dem Kaninchen in der Schnute auf mich zugerannt kam, komplett ohne Rufen und alles! :O
Sie hat mir das Kaninchen dann tatsächlich komplett in die Hand apportiert und insgesamt ordentlich Punkte gesammelt.

Nach einer kleinen Pause ging es weiter zu einem Feld, bei dem eine weitere Verlorensuche anstand, wieder mit Ente und Kaninchen, diesmal sogar mit Schuss. Moritz und ich liefen über das Feld und ich lies Nubi los, sorgfältig und systematisch suchte sie das Feld ab, lies sich nicht vom Schuss beirren und fand die Ente ganz schnell. Sie apportierte sie brav in die Hand und ging ohne zu Zögern in die erneute Suche. Auch der zweite Schuss störte sie nicht und sie brachte auch noch das Kaninchen zu mir.

Weil es dort so zugig war, fuhren wir für die nächste Aufgabe erstmal weiter zum Wasser und machten dort die Besprechung. In der die Richterin sagte, dass das Nubis Aufgabe war und sie das wirklich mehr als gut gemacht hat!

Die letzte Aufgabe war dann eine erneut Markierung, diesmal allerdings am Wasser. Alle, die uns schon länger folgen, wissen, dass Nubi Wasser und Schwimmen allgemein sehr liebt und da auch gerne mal etwas laut wird 😀

Leider war der Einstieg sehr steil und so hatte Nubi etwas Probleme damit ins Wasser zu gehen. Zu dem hatte sie nicht gesehen, wohin genau die Ente gefallen war und diese lag leider auch nicht im Wasser. Mit ein bisschen Hilfe und Ermutigung von mir hat sie sich dann zum Glück doch ins Wasser getraut, schwamm direkt rüber zur anderen Seite und suchte sorgsam das Schilf und die Böschung am anderen Ufer ab. Sie nahm die Ente ohne Probleme auf, dreht sich sofort um und schwamm zu mir zurück. Ich hatte etwas Sorge, dass sie es nicht alleine aus dem Wasser schaffen würde, da der Einstieg wirklich etwas steil war. Auch die Richterinnen rieten mir, mich bereit zu machen den Schnub notfalls aus dem Wasser zu ziehen 😮

Entgegen meiner Erwartung sprang Nubi mit der Ente im Maul aus dem Wasser, legte sie mir in meine Hand und schüttelte sich erst danach. 😮 <3

Auch hier bekam Nubi eine gute Bewertung und anschließend ging es in ein Restaurant, bei dem die Urkunden und die Bescheinigung verteilt wurden. Leider war Nubis Name auf der Urkunde falsch, deswegen bekommen wir jetzt bald eine Neue 😀

Ich bin mit Nubis Ergebnis mehr als zufrieden, alle Zahlen, die sie bekommen hat sind mehr als gut und ich bin wirklich sehr stolz auf das kleine Monster. <3

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